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Das Projekt "Baum - Menschen"

Bäume haben seit jeher eine besondere Anziehungskraft für mich ("Mein Freund der Baum..."). So gab es immer wieder Bilder von mir, auf denen Bäume zentral dargestellt waren. Dann habe ich mich wieder diesem Thema zugewandt, nachdem mir in der Literatur und an verschiedenen anderen Stellen Schilderungen besonderer Wesen aufgefallen sind. 

Diese besonderen Wesen sind Baummenschen. Sie scheinen teils Mensch, teils Baum zu sein. Die Bilder in diesem Projekt sind daher als Forschungsarbeit aufzufassen, in der diese Baummenschen untersucht werden sollen. Wo kommen sie vor? Wie sehen sie aus? Welche Arten gibt es? 

Fundstellen in der Natur:

Von den Baummenschen sind viele unter uns. Ungeschminkt fallen sie uns oft gar nicht auf. Ein Teil meines Projektes ist es, uns diese Wesen näher zu bringen, indem ich sie "schminke". Diese Bilder entstehen aus Fotos, die ich auf Leinwand entwickeln lasse und anschließend teilweise übermale. (Die Bilder sind im Format 30 x 40 cm)

Strassen-Baummensch aus Achim-Mitte/Nds. (geschminkt)

Wiesen-Baummensch aus Achim-Baden/Nds. (ungeschminkt)

Wald-Baummensch aus Duingt, Frankreich (geschminkt)

     

Strassen-Baummensch aus Achim-Mitte/Nds (geschminkt)

Haus-Baummensch aus Münster-Handorf/Nrw. (geschminkt)

Haus-Baummensch aus Münster-Handorf/Nrw. (geschminkt)

     

Wald-Baummensch aus Achim-Borstel/Nds (geschminkt)

Park-Baummensch aus Bad Muskau/Sachsen (geschminkt)

Strassen-Baummensch aus Achim-Baden/Nds. (geschminkt)

     

Haus-Baummensch aus  Pollenca/Mallorca (geschminkt)

Haus-Baummensch aus  Pollenca/Mallorca (leicht geschminkt)

Haus-Baummensch aus  Pollenca/Mallorca (geschminkt)

     

Wiesen-Baumkobold aus Achim/Nds. (ungeschminkt)

Wald-Baummensch aus Etelsen/Nds. (ungeschminkt)

Wald-Baummensch aus Achim-Borstel/Nds (geschminkt)

Fundstellen in der Literatur:

Philemon und Baukis

Philemon und Baukis

  [...] Und während Philemon und Baukis noch, entsetzt über dieses gnadenlose Strafgericht, den Blick auf ihr strohgedecktes Häuschen richteten, da wurden die hölzernen Dachstützen plötzlich zu schlanken Säulen aus schneeweißem Marmor, und das gelbe Stroh des Daches verwandelte sich in reines Gold. Vor ihren Augen war ein herrlicher Tempel entstanden. Mit milder Stimme wandte sich Zeus an die Alten: „Sprecht einen Wunsch aus, ihr beiden Redlichen, dass ich eure Frömmigkeit belohne!“

Philemon und Baukis waren sich sogleich einig: „Laß uns der Priester dieses Heiligtums sein“, baten sie, „und wenn dereinst unsere Stunde schlägt, dann gewähre uns, dass keiner den anderen überlebe! Allvater Zeus winkte ihrer Bitte Gewährung. Lange Jahre hüteten Philemon und Baukis das Heiligtum, und als ihre Zeit gekommen war, verwandelte er beide in Bäume, in eine Eiche und eine Linde, die ihre Zweige innig ineinander schlugen.

Aus: Philemon und Baukis. In: Märchen und Sagen / Eine Reader´s Digest Sammlung. – Stuttgart : Verlag Das Beste, 1969. S. 745-747)


Poetree in Motion

Narnia´s Baummenschen

[...] Aber als sie wieder hinblickte, war es nur ein Baum, wenngleich er sich bewegte. Es war natürlich nicht zu erkennen, ob er Füße oder Wurzeln hatte, denn wenn Bäume sich bewegen, so gehen sich nicht auf der Erdoberfläche. Sie waten etwa so in der Erde, wie wir es im Wasser tun. Ebenso war es mit allen anderen Bäumen, auf die ihr Blick fiel. In einem Augenblick schienen sie freundliche, liebenswerte Riesen und Riesinnen zu sein. Sie zeigten Formen, wie die Baumleute sie annehmen, wenn ein guter Zauber sie zu vollem Leben erweckt; im nächsten wirkten sie alle wieder wie Bäume. [...] ( S. 118)

Aus: Lewis, Clive S.: Prinz Caspian von Narnia. – Moers : Brendow, 1999. – ISBN 3-87067-773-2

Tom Bombadil kam nicht

Der Weidenmann

[…] “Meine Freunde sind in der Weide gefangen!“ rief Frodo atemlos. „Herr Merry wird in einem Spalt zerquetscht!“ rief Sam. „Was?“ rief Tom Bombadil und machte einen Luftsprung. „Der Alte Weidenmann? Nichts Schlimmeres als das? Das kann rasch bereinigt werden. Ich kenne die Melodie für ihn. Alter grauer Weidenmann! Ich werde ihm das Mark erstarren lassen, wenn er sich nicht benimmt. Ich werde seine Wurzeln wegsingen.! Ich werde einen Wind herbeisingen und ihm Blatt und Ast wegblasen! Alter Weidenmann!“

Vorsichtig legte er seine Lilien ins Gras und rannte zum Baum. Da sah er Merrys Füße noch herausragen – alles andere war schon hineingezogen worden. Tom legte seinen Mund an den Spalt und begann mit leiser Stimme zu singen. Sie konnten die Worte nicht verstehen., aber offensichtlich wurde Merry aufgeweckt. Seine Beine begannen zu strampeln. Tom sprang beiseite, brach einen langen herabhängenden Zweig ab und schlug die Weide damit. „Du lässt sie jetzt wieder heraus, alter Weidenmann!“ sagte er. „Was ist dir denn eingefallen? Du sollst nicht wach sein. Iß Erde! Grabe tief! Trink Wasser! Geh schlafen! Bombadil spricht!“ Er packte Merrys Füße und zog ihn aus dem plötzlich nachgebendem Spalt heraus.

Dann gab es ein heftiges Knarren, der andere Spalt brach auf und heraus sprang Pippin, als ob er einen Fußtritt bekommen hätte. Darauf schlossen sich beide Spalte wieder mit einem lauten Schnappen. Ein Schauer lief über den Baum von der Wurzel bis zur Spitze, und dann war es völlig still. (S. 153 f)

(Aus: Tolkien, J.R.R.: Der Herr der Ringe. Band 1: Die Gefährten. 16. Aufl. – Stuttgart: Klett-Cotta, 1989. – ISBN 3-608-95212-8)

 Der junge Ludwig 
aus Oranienburg

Ludwig aus Oranienburg

Prunus spinoza: Ludwig aus Oranienburg fiel sich auf nächtlichem Heimweg einen Schlehenzweig in die Brust. Da war der Mann in jugendlichem Alter, müde vom Wein und vom Tanzen, und griff nach seinem Hemd – der Stern der Liebe kommt und glänzt nur in den beiden Dämmerungen. Am anderen Morgen, als Ludwig den Rausch ausgeschlafen hatte, entdeckte er beim Baden das Holz über der siebten linken Rippe. Er versuchte mehrmals vergeblich es herauszuziehen. Die Dornen widerstanden. Er war auch in Eile, Fliesenleger von Beruf. Auf Arbeit, die er meist kniend verrichtete, fühlte er sich weder gehindert noch gestört, wurde von Entzündung verschont, weshalb er sich nicht drum sorgte und bald kaum noch dran dachte. Er hätte den Senker ganz vergessen, wenn der nicht im Frühjahr zu wachsen begonnen hätte und sich verzweigt über der Haut. [...]

Aus: Morgner, Irmtraut: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura. – München : DTV, 1994. S. 198-200 (Siebtes Buch, 4. Kapitel)

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